Historische Marksteine - Institut St-François de Sales
1888Pater Louis Brisson, ein französischer Priester, ist auf der Reise in der Schweiz. Er ist der Gründer der Kongregationen der Oblaten und Oblatinnen des heiligen Franz von Sales. Die Anregung zu dieser doppelten Gründung kam durch eine Jurassierin aus Soyhières bei Delémont : Mutter Marie de Sales Chappuis. Sie war anfänglich Ordensfrau im Kloster der Heimsuchung in Freiburg, dann Oberin in der gleichen Gemeinschaft in Troyes, wo Pater Louis Brisson Kaplan war. Dieser besuchte gerne das Kloster in Freiburg, wo man, so sagte er, einen der schönsten, ihm bekannten, Ausblicke habe.
Als der Pfarrer von Châtel-St-Denis Joseph Comte "davon hörte, dass Pater Brisson in der Umgebung war, bat er ihn, Châtel einige Stunden zu widmen". Der Pfarrer von Châtel, beindruckt durch die Persönlichkeit von Pater Brisson, teilte ihm sein Vorhaben mit, die ehemalige Kirche in ein Pensionnat- wo man Mädchen empfangen würde- umzuwandeln. Eine neue Kirche war soeben unter Anregung von Pfarrer Comte gebaut worden.
Mehrere Jahre vergingen. Ein düsteres Gesetzprojekt bedrohte jedoch die Existenz der Klöster in Frankreich. Als Pater Brisson die mögliche Schliessung der Schulen und Pensionate der Schwestern Oblatinnen des hl. Franz von Sales voraussah, nahm er die mehrmalige Bitte von Pfarrer Comte an, eine Schule in Châtel-St-Denis zu eröffnen. 
1901Die Buchhaltungsbücher bestätigen den Beginn einer Tätigkeit. 
1903Die Gemeinde nahm den Antrag von Pfarrer Comte an, die ehemalige Kirche von Châtel abzutreten.
Der Verkauf verlief unter dem Namen von Sr Françoise-Fidèle Villard, Tochter von Hippolyte Villard, der einige Jahre früher verstorben war. Er war sehr geschätzt in Châtel, wo er das Amt des Gemeindepräsidenten und Schulinspektors ausgeübt hatte. Auch hatte er sehr gewünscht, dass in seiner Gemeinde eine Lehranstalt gegründet würde, wo Mädchen die Sekundarschule absolvieren könnten und eine christliche Erziehung erhalten würden. Da die Schweizer Verfassung von 1848 die Gründung von Ordensschulen nicht erlaubte, nahm das neue Institut den Namen Institut Villard an, das es während 16 Jahren trug. Daher mussten auch die Schwestern auf ihr Ordenskleid verzichten.
Der Umbau der ehemaligen Kirche in ein Erziehungsheim ging schrittweise voran. Der Chor wurde die Kapelle des neuen Institutes.
Am 4. Oktober "kamen die ersten 7 Oblatinnen zu Frau Villard, um das Pensionnat zu beginnen. Sie ist glücklich, endlich Schwestern in Châtel zu sehen, stellt diese Frau Genoud, ihrer Nachbarin, vor, welche ihnen Gastfreundschaft anbietet."
7. Oktober : unter den ersten Schülerinnen der Umgebung figurieren Yvonne Cardinaux und Marguerite Genoud. Erwähnenswert ist, dass das Institut seit der Gründung Mädchen aus Châtel und Umgebung als externe Schüler aufnahm. Sie bildeten die ersten Sekundarklassen.
Am 29. Oktober zählte man 26 Schülerinnen.
Schon von Anfang an sind Damen aus der Umgebung im Kontakt mit dem Institut und nehmen dort Musikunterricht, Malstunden und Sprachkurse…
Später wurden die säkularisierten Schwestern in Bern als Schwesterngemeinschaft denunziert. Georges Python, Direktor des Erziehungsdepartements, kam nach Châtel, um sich der Lage bewusst zu werden und Wege zu suchen, das Haus vor Anklagen zu schützen.

1915Eröffnung der Primarklassen.
Der erste Weltkrieg bedrohte das Institut. Mehrere französische Schwestern wurden durch Laien-Lehrerinnen der Umgebung ersetzt. Dazu kam noch, dass die Schülerinnen aus dem Ausland nicht mehr über die Grenze konnten : daher nahm die Zahl der Internatsschülerinnen ab. 
1919Die Schule blieb im Oktober geschlossen. Glücklicherweise konnten die Primarklassen für Schüler der Umgebung mit der Erlaubnis von Pfarrer Pasquier und Herrn Oberson, Prefekt des Bezirks Vivisbach, wieder eröffnet werden.
Die einheimische Bevölkerung begrüsste mit Wohlwollen die Wiedereröffnung aller Klassen unter dem von jetzt an bewilligten Namen, Institut St-François de Sales. Die Schwestern konnten wieder, zur Zufriedenheit aller, ihr Ordenskleid tragen.
Mehrere Nebengebäude wurden der ehemaligen Kirche angefügt. 
1928Das Haus Genoud, bezeichnet als "das grosse Haus", - in welchem Frau Genoud 1903 die ersten Schwestern so gut empfangen hatte - war infolge von Todesfall und Abreise nach Freiburg der Familie Genoud zu verkaufen. Das Institut konnte es erwerben. Dies ermöglichte, im ersten Stock einen Haushaltkurs einzurichten und mehr Internatsschülerinnen aufzunehmen.
Jedoch musste man aus Platzmangel darauf verzichten, Kinder der Primarklassen zu akzeptieren. Die Gemeinde konnte jetzt auf eine ausgezeichnete, von Vinzentinerschwestern geleitete, Primarschule zählen. Das Institut kehrte zu seiner Erstbestimmung zurück : Sekundarklassen, Französischkurs für Schülerinnen fremder Sprache, Haushaltkurs, Fortbildungskurs mit Französisch- und Handelsdiplom. 
1931Installation vom Telefon. 
1932Kauf des Grundstückes östlich des Besitzes, ein Stück Hang hinunter zum Vivisbach. 
1953Fünfzigjahrfeier des Instituts. Zugleich 60-jähriges Ordensjubiläum von Sr Thérèse-Eugénie Bruant, treibende Kraft der ersten Zeit. Sie prägte das Institut tief mit dem Geist des hl. Franz von Sales und mit ihrem künstlerischen Talent.
Um dieses Jubiläum feierlich zu gestalten, schenkten die ehemaligen Schüler Glasfenster des Künstlers Yoki für die Kapelle. 
1957Ein neuer Haushaltungskurs wurde im Erdgeschoss des Hauses St. Viktor eingerichtet.
Kauf eines ebenen Landstreifens, der den Garten bis zum Vivisbach erweitert. 
1961Die Schlafsäle, ihren Platz den Klassen überlassend, werden ins letzte Stockwerk des Hauses St. Viktor verlegt : ein abgeteilter Raum mit bunten Vorhängen und Bettüberwürfen.
Kauf des "Hauses Berthoud", angrenzend an die Zimmer, die an der Grand-Rue liegen. Später wurde dort eine neue Küche mit ihren Nebenräumen errichtet. 
1963Die Sekundarklassen werden offizielle Sekundarschule des Vivisbachdistrikts. Die Zahl der Schülerinnen nimmt zu. Man eröffnet Parallelklassen und das dritte, vom Erziehungsdepartement als obligatorisch erklärte Schuljahr. 
1969In Zusammenarbeit mit dem Erziehungsdepartement, Bau eines grossen, modernen Schulhauses mit 10 Klassen und einer Turnhalle. 
1970Einweihung des neuen Gebäudes, genannt "Schule Aviat" nach dem Namen der Gründerin der Oblatinnen des hl. Franz von Sales, in Gegenwart der zivilen und religiösen Behörden. 
1973Eröffnung der öffentlichen Orientierungsschule. Dadurch nimmt die Zahl der externen Schülerinnen der Sekundarklassen stark ab. Das Institut unterrichtet weiter nach dem offiziellen freiburgischen Schulplan, mit Sekundarschulabschlussdiplom. 
1975Einweihung der neuen Küche und des renovierten "Hauses Berthoud", das schöne Zimmer im 2. und 3. Stock anbietet. 
1978Festlichkeiten zum 75-jährigen Jubiläum des Institutes. Eine mit den Schülerinnen erarbeitete audiovisuelle Schau erzählt die Geschichte des Instituts seit seiner Gründung. 
198731. Januar, Einweihung der restaurierten Kapelle. Sie entspricht dem Chor der ehemaligen im 13. Jahrhundert erbauten Kirche und wurde der gegenwärtigen Liturgie angepasst. Das ursprüngliche Gewölbe wurde zur Geltung gebracht. Die 1953 von Yoki gezeichneten und realisierten Glasfenster wurden vom vorderen zum hinteren Teil der Kapelle verschoben, wo sie jetzt künstlich beleuchtet sind. Der Freiburger Künstler erstellte zwei neue helle Fenster zum Thema Passion und Auferstehung. Eine der Haupsorgen des belgischen Architekten, M. Smars, war die Wahl warmer und klarer Farben, um eine sonnige Atmosphäre zu schaffen.
Holzfäller fällen drei Tannen, die in den ersten Jahren des Instituts von Sr Thérèse-Eugénie im Garten gepflanzt worden waren. 
1990Auf die Anfrage der Gemeinde Eröffnung eines Horts, der Primarschüler während der Mittagspause zur Mahlzeit und zum Spielen aufnimmt. Ab 16 Uhr öffnet das Haus seine Türen für Kinder, die Hilfe bei den Aufgaben benötigen. 
1994Letzter Jahrgang des Haushaltungskurses. Dieser Unterricht ist nun in die obligatorische Schuljahre eingeschlossen. 
1996Letztes Jahr des Handelskurses : da mehrere Schulen des gleichen Typus in der Region existieren, entsprechen unsere Klassen nicht mehr den ursprünglichen Bedürfnissen. 
1997Aufnahme der ersten Jungen in die Sekundarklassen.
Der ehemalige Speisesaal wird Informatikraum. Jeder Schüler hat seither einen leistungsfähigen Computer zur Verfügung.
Die von Sr Thérèse-Eugénie gemalten Fresken sind in diesem sehr gut restaurierten Raum sorgfältig erfrischt und zu Geltung gebracht worden. 
1999Juni 1999, Entdeckung eines Médaillon im Zentrum des Gewölbes der Kapelle : ein Werk von Gottfried Locher, wahrscheinlich im Jahr 1783 während einem wichtigen Umbau der Kirche ausgeführt. 
2000Restaurierung dieser Freske des 18. Jahrhunderts durch Herrn Haselwander. 
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